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Wettbewerbe und Abschlussarbeiten

Kai Lehmann

Kai Lehmann

Professor Mode

Nach ersten Berufserfahrungen in Hamburg und München führte mich der 1. Preis beim Hugo Boss Design Wettbewerb für mehrere Jahre nach Metzingen und verstärkte mein Interesse an der Männermode. 1994 ging ich nach London um bis 2002 bei Vivienne Westwood zunächst als Studioleiter die Erstschnitte für die Goldlabel Damenkollektion zu entwickeln, die MAN Herrenkollektion aufzubauen und anschließend als Designer und Produktmanager zu betreuen. Als Gastdozent im Masterstudiengang Menswear am Royal College of Art, London habe ich ab 2000 internationale Lehrerfahrungen gesammelt, seit 2003 vertrete ich die Professur Modellentwurf, Schnittgestaltung, CAD im Studiengang Integriertes Design.

Seit vielen Jahren recherchiere und forsche ich über den Ursprung, die Evolution, das Handwerk, die Bedeutung und die zeitgenössische Interpretation des Anzugs in der Herrenmode. Themen wie Tailoring, Dandys, Uniformen, Sportkleidung, Gender aber auch Einflüsse aus der Damenmode werden dokumentiert und praktisch interpretiert. Die Erkenntnisse fließen in meine Lehre und Hochschulprojekte, wie die Publikation Der schöne Mann – Das Magazin ein.

Lehrgebiet: Modellentwurf, Schnittgestaltung, CAD

Meine Lehre beschäftigt sich zentral mit dem Erforschen der menschlichen Anatomie und Bewegungsabläufe. Die Kenntnis ethnischer und historischer Kleiderformen, sowie die Auseinandersetzung mit dem textilen Material und das sich daraus ergebende Wissen um die entsprechende Verarbeitung und um die Gestaltung von Schnitten bestimmen den weiteren Entwurfsprozesses. Die umfassende Recherche resultiert in einem fundierten Konzept und somit auch in einer unverwechselbaren Handschrift.

Beim Modellentwurf als freie, dreidimensionale Entwurfsmethode an der Büste und während der Anproben am dynamischen, menschlichen Körper werden im Spannungsfeld von Material, Volumen und Bewegung eigenständige Lösungen und Prinzipien entwickelt und stilsicher in den Entwürfen interpretiert. Die Freiheit der Formen lässt das Spannungsfeld von Kleidung und Körper neu greifbar werden.

Die Männermode ist ein wichtiger Schwerpunkt meiner Lehre und ästhetischen Forschung. Diese ist aus ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung heraus als eigenständige Disziplin zu betrachten. Traditionelle handwerkliche Überlieferungen, gesellschaftliche Entwicklungen, wandelnde Rollenbilder, aber auch die wechselseitigen Einflüsse von Frauen- und Männerkleidung und Geschlechtergrenzen, sind Anknüpfungspunkte für die Recherche und den Entwurf von zeitgemäßer Männermode.

2005 habe ich die künstlerische Leitung der Ausstattung des alljährlich mit dem Fachbereich Musik inszenierten, interdisziplinären Opernprojekts übernommen. Zudem betreue ich regelmäßig mit externen Kooperationspartnern oder in Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen Modepräsentationen. Die eigenen Arbeiten öffentlich zu zeigen und hierfür eine geeignete Plattform zu finden, ermöglicht jungen Designern eine distanzierte Reflexion und die Verstärkung des eigenen stilistischen Ausdrucks. Die Präsentationsformen sind vielfältig, und reichen von einer Modenschau wie im Kunstmuseum Wolfsburg, einer intermedialen Performance wie bei In Between bis hin zu experimentellen Videoarbeiten.


Dorothea Mink

Dorothea Mink

Professorin Mode

Ich bin im Schwarzwald an der französischen Grenze aufgewachsen und habe in Hamburg Modedesign studiert. Schon während meiner Ausbildung habe ich begonnen, für namhafte Hamburger Modeunternehmen zu arbeiten. Höhepunkte waren meine Jahre bei Jil Sander und Joop.

1995 bis März 2002 war ich Professorin für Modedesign an die FH Hannover im Fachbereich Kunst und Design. In Bremen lehre ich seit April 2002 im Studiengang Integriertes Design mit dem Schwerpunkt Modedesign experimenteller Entwurf.

Im November 2005 habe ich in Zusammenarbeit mit der Kunstwissenschaftlerin Prof. Dr. Elke Bippus die Modetagung „Fashion Body Cult“ veranstaltet. 2007 erschien dazu die gleichnamige deutsch/englische Publikation bei der Arnoldschen Art Publishers.

Januar 2010 habe ich gemeinsam mit der Kultur- und Medientheoretikerin Prof. Dr. Andrea Sick eine zweite Modetagung mit dem Titel „Out of Order – Störung als Prinzip“ ausgerichtet, die mit einer Ausstellung im Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen verbunden war. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Künstlerduo Vibskov & Emenius aus Kopenhagen. Dabei kam es zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Künstler mit unseren Studierenden. Im Herbst 2011 erschien dazu die englischsprachige Publikation bei der Arnoldschen Art Publishers.

Lehre / Lehrkonzept

Bekleidung ist neben Essen und Trinken, dem Wohnen und Kommunizieren eines unserer elementaren Bedürfnisse. Kleidung ist unsere zweite Haut. Eine meiner Kernfragen in der Lehre ist, wie aus Bekleidung Mode wird, mit der sich ein Mensch identifizieren kann. Für die Hochschulausbildung in der Mode bedeutet dies eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Ausdruck und der Körperwahrnehmung. Stehen bei Bekleidung die Funktion und der Nutzen im Vordergrund, so haben die Zeichen der Mode immer eine tiefergehend menschliche Bedeutung. Mode steht für zwischenmenschliche Kommunikation, Mode steht für den Ausdruck eigener Identität. Für die Studierenden bedeutet dies: Es gilt die Grundbegriffe menschlicher Kommunikation zu durchschauen und diese Erkenntnisse in eigene Entwurfsthemen zu transferieren.

Eine weitere, wichtige Fragestellung beschäftigt sich mit der menschlichen Gestalt selbst und der Sehnsucht des Menschen nach Perfektion. Das Experiment mit Körperformen und die Entwicklung immer neuer Möglichkeiten helfen bekannte Muster zu überwinden und inspirieren zu einer modischen Architektur, die sogar neue Funktionen entdeckt.

Die heutige Sprache der Mode ist grenzenlos!

Die Mode ist zu einem multitonalen, komplexen Phänomen der zwischenmenschlichen Informationsvermittlung geworden, grenzüberschreitend zwischen den Geschlechtern und den Generationen, universal im Ich und im Wir. Kleidung, Schmuck, Frisur oder Kosmetik zählen nur noch zu den primären Oberflächen modischer Gestaltung. Bodybuilding, Bodyshaping, Bodyforming, Trivialkunstwerke wie Tattoos, Piercings oder Brandings transportieren die tieferen Schichten des Selbst an die Oberfläche. Längst werden letzte Tabus in Bezug auf Schmerz und die Betonung des Hässlichen gebrochen.

Meine Hoffnung ist, dass die Mode als Genre an sich bestehen bleibt. Als eine Mode, mit der man sich ohne Dauerschäden eine neue Optik geben kann. Als eine Mode, mit der Fashion Freaks in augenblicklicher Laune ein neues Ich, ein neues Selbst, ein neues Bewusstsein zum Ausdruck bringen können. Unser Ziel ist es, Mode für echte Menschen mit echten Biografien zu entwickeln. Das gängig magersüchtige Laufstegideal austauschbarer Puppen inspiriert weder uns Lehrende noch die Entwürfe unsere Studierenden. Wir fokussieren einen ästhetisch freien Blick auf den menschlichen Körper und seine komplexen Lebenswelten.

Vergleicht man beispielsweise die Philosophie des Kultlabels Prada mit den Vorstellungen und Wünschen unserer Studienanfänger, dann verpufft die Luxuswelt der unerreichbaren Dinge im Nichts. Die etwa 20-Jährigen leben auf einem vollkommen anderen Planeten. In der Regel spielen für sie Themenkreise wie Identität, Heimat, Umwelt, Mobilität und andere unmittelbare Lebensfragen die zentrale Rolle. Dabei handelt es sich ganz offensichtlich nicht um die klassischen Kollektionsthemen. Die Interessen der Studierenden des Studiengangs Integriertes Design bewegen sich vielmehr um Meta-Themen, die genügend Raum zur Entwicklung des eigenen Ausdrucks anbieten.

Viele unserer Studierenden – die übrigens aus der ganzen Welt zu uns kommen – machen Praktika in Firmen oder an Theatern, gehen schon während des Studiums ins Ausland, nach Helsinki, New York, Paris, Mailand, Madrid oder sogar nach Sydney in Australien. Viele finden nach dem Studium eine gute Anstellung als Assistenten in unterschiedlichsten Bekleidungsbranchen oder machen sich selbständig.

Event

September 18th 2014 at Fashion Institute of Technology NYC

My Life with Charles James at the Chelsea Hotel
Homer Lane and Dorothea Mink


Ursula Zillig

Ursula Zillig

Professorin Mode

Ursula Zillig studierte Modedesign in Trier, Madrid und New York. Danach war sie im In- und Ausland für die Bekleidungsindustrie tätig. Sie lehrte an der UdK Berlin und unterrichtet seit 2005 als Professorin für Modedesign das Gebiet "Unikate und Programme" an der HfK Bremen.

Schwerpunkte der Lehre

Entwurf von Kleidung und körpernahen Produkten mit experimentellen, zeichnerischen Methoden; Programm- und Kollektionsentwicklung mit Marktverortung; Projekte in und mit Nachbardisziplinen wie Textildesign, Textiles Interieur, Shopgestaltung/Visual Merchandising.